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Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser!
"Flegel! Raus!" In diesen Worten kumulieren zumeist über Jahre mit viel
Hingabe gepflegte eheliche Streitereien. Nun hat sie genug. Endgültig. Unmissverständlich.
Unmissverständlich?
Die Norddeutschen unter Ihnen würden die Frage wohl bejahen. Denn Sie sind es gewohnt,
die Adverbien heraus und hinaus im eleganten raus zusammenzufassen. Während der bemittleidenswerte
Süddeutsche sich jedes mal überlegen muss, ob er nach dem Heraus... Hinaus... also nach dem Rauswurf
die Treppe herunter- oder hinunterstolpert, geht es für die Norddeutschen komfortablerweise nur in eine Richtung: runter.
In tiefer Verneigung vor der süddeutschen Präzision stellen wir also klar: Wenn sie dem
langjährigen Martyrium ein fulminantes Ende setzen will, möchte sie eigentlich sagen:
"Flegel! Hinaus!" ? Mögen Sie uns die kleine Ungenauigkeit unseres Leitthemas auf den folgenden
Seiten nachsehen. Wir können es nicht besser.
Immerhin sind wir in binnendeutschen Kulturfragen nun ausreichend sensibilisiert und stellen
uns linguistischen Grabenkämpfen am Beispiel des Fangenspielens (Seite 36). Große Konflikte
ganz abseits der Linguistik haben wir beobachtet in der Atomkraft: ein Interview mit einem
Schichtleiter im AKW Krümmel, Seite 20. Kaum weniger Sprengstoff bietet die aktuelle Debatte
um Kündigungsschutz bei Bagatelldelikten, in dieser Ausgabe ab Seite 38.
Und nun - rein ins Vergnügen!
Jan Mysegades, Jacob Roggon, Hanna Schridde, Cara Warmuth
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Links, die aktuelle
Ausgabe.
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Ausgabe
Politik und Gesellschaft
1/2010
Erhältlich ab 06. März 2010
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